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Justizalltag von Klinischen PsychologInnen


frau hinter gitter - justiz von abnormen rechtsbrechern - paedophilie und gewalt
Justizalltag von Klinischen PsychologInnen in Wien

Da ich immer wieder von KollegInnen gefragt werde, wie mein Alltag als Klinische Psychologin im Maßnahmenvollzug aussah, möchte ich nun einen kleinen Einblick geben:

Die Arbeit mit zurechnungsfähigen geistig abnormen Rechtsbrechern (laut offiziellem Gesetzesbegriff) im Vollzug umfasst klinisch-psychologische Beratung, Behandlung und Diagnostik sowie diverse Besprechungen. Jede(r) PsychologIn übernimmt als "Klinischer Case Manager" die Zuständigkeit für eine bestimmte Anzahl an Untergebrachten und ist damit für alle psychologischen Belange zuständig. Regelmäßige Gespräche im Einzelsetting dienen einerseits der Behandlung und somit Minimierung deliktrelevanter Risikofaktoren. Andererseits beziehen sie sich ebenso auf Krisenintervention und aktuelle Problemlösung. Im Gruppensetting werden unterschiedliche Arten von Therapien angeboten. Darunter fallen Abteilungsgruppen mit offener Thematik, die der Klärung von Konflikten sowie der Reflexion unterschiedlicher Themenbereiche dienen. Darüber hinaus werden themenspezifische Gruppentherapien abgehalten, welche beispielsweise auf die Verbesserung emotionaler Kompetenzen oder den Erwerb von Copingstrategien abzielen. Das Klinische Case Management umfasst ebenso regelmäßige Verlaufsbeobachtungen. Dabei werden Fortschritte sowie Risiko- und Gefährlichkeitsprognosen in Form von Gutachten für das Gericht erstellt und Empfehlungen für dieses abgegeben. Aufgrund des spezifischen Klientels sind zudem interdisziplinäre Besprechungen unerlässlich.

Wie sich erkennen lässt, handelt es sich bei der Arbeit im Maßnahmenvollzug um eine vielfältige und abwechslungsreiche Tätigkeit. Eine "dicke Haut" gepaart mit guter Menschenkenntnis und hoher Frustrationstoleranz aufgrund des Zwangskontextes sind dabei wesentliche Eigenschaften.

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