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Gedicht: Lachen und tanzen

Eigentlich wollte ich heute lachen und tanzen, stattdessen sitze ich seelenruhig in der Ecke und dicke Tränen kullern über meine Backen. Heute wird alles anders, ich habe es mir doch geschworen, wir besprachen die Vorgangsweise, einen klaren Plan geschmiedet aus rosa-pastelligen Wolken während eines Sonnenuntergangs. Wer geht nun aber unter? ICH und nicht der Schmerz, dem ich keine Bedeutung mehr beimessen wollte, nicht die fiese Fratze namens Druck, welche mich mit seinen hochgezogenen Wangenknochen süffisant anlächelt um mich Sekunden später in sein breites Maul zu stopfen, mit seinen fauligen braunen Zähnen durchzukauen und meine zermalmten Überreste gegen die nächste Hauswand zu spucken. So klebe ich nun hier, ein Gemälde aus dramatischer Hilflosigkeit. Sie werden spotten, mich mit ihren Blicken ausziehen bis mein tiefstes Inneres schamlos entblößt liegt.

Morgen werde ich wieder kommen, neu zusammengesetzt mit einem frisch gebackenen Plan im Gepäck. Ich gebe nicht auf. Sie wollen, dass ich klein beibe, meine Stimme zittrig ist, ich aus Scham meinen Blick vom Boden nicht abwenden kann. Diesen Gefallen werde ich ihnen nicht erfüllen, es schlummert in mir die Kraft, ich weiß es, die Kraft alles was passiert ist, hinter mir zu lassen und dann, ja dann ... werde ich lachen und tanzen. Das wird schön.


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