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Polyamorie als Beziehungsretter?

Autorenbild: Karla Kraemer
Karla Kraemer
vor 7 Stunden
1 Min. Lesezeit
Blog einer Psychologin in Wien, die Therapie in Wien anbietet. Der Beitrag beschäftigt sich mit dem Thema Polyamorie, Beziehungen, Kommunikationsschwierigkeiten , Vertrauen und Eifersucht.

Polyamore Beziehungen werden von einer Vielzahl an Menschen glücklich gelebt. Was jedoch, wenn Menschen diese nicht von vornherein als solche definieren und im Verlauf eine monogame Beziehung umgestalten möchten?

Der Beziehung fehlt es an Spannung, die Kommunikation gestaltet sich schwierig, eine(r) verliebt sich oder möchte die Sexualität um andere Personen erweitern. Insbesondere eine Bindungsstörung äußert sich in massiven Schwierigkeiten, eine Beziehung zu führen. Jene Problematik wird sich auf Dauer in jeglicher Beziehungskonstellation zeigen -seien es Kommunikationsschwierigkeiten, Eifersuchts- und Vertauensthemen oder die Neigung zum Fremdgehen. Polyamorie erfordert ein hohes Maß an Auseinandersetzung mit der eigenen Gefühlswelt, Beziehungsarbeit, klaren Vereinbarungen und Einhaltung persönlicher Grenzen.

Es kann verführerisch sein, eine konfliktreiche Beziehung Richtung Polyamorie zu öffnen. Oftmals besteht der Wunsch vorwiegend einseitig und es entsteht ein Machtgefälle. Impulsive, instabile Personen können den Wunsch äußern, um ihre Neigung zum Fremdgehen unter dem Deckmantel der Polyamorie zu praktizieren. Nachdem sie keineswegs mit einer offenen Beziehung verwechselt werden darf, äußert sich die Neigung aufs Neue. Eine ausgeprägte Eifersucht -wie sie eine paranoide Persönlichkeitsstruktur mit sich bringt- kann sich keineswegs durch ein verändertes Beziehungsmodell auflösen. Der dependente oder emotional-instabile Part wird sich unter gegebenen Umständen auf ein neues Beziehungsmodell einlassen, um bei ausgeprägten Verlustängsten keinen Verlust zu riskieren. Die eigenen Grenzen werden dabei missachtet.

Die Hintergründe für den Wunsch einer Polybeziehung können vielfältig sein und sollten genauer unter die Lupe genommen werden. Was genau steckt hinter unserem Wunsch? Was erhoffen wir uns tatsächlich davon?


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