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Psychologie des Schenkens

Unseren Mitmenschen Geschenke zu überreichen symbolisiert einen fest verankerten Brauch zwischenmenschlicher Kommunikation mit der Absicht, die entsprechende Beziehung zu stärken. Dies gelingt uns als Ausdruck der Zuneigung und Sympathie gegenüber der beschenkten Person. Doch die Förderung zwischenmenschlicher Beziehungen entspricht nur einem von vielen persönlichen Motiven des/der Schenkenden.

Glückliche Menschen tendieren eher dazu, zu schenken und fühlen sich auch nach dem Schenken glücklicher. Die Freude der beschenkten Person steigert das Glücksgefühl der schenkenden Person, indem das Belohnungszentrum aktiviert und Dopamin ausgeschüttet wird. Auf unbewusster Ebene möchten glückliche Menschen ihre Stimmung halten und schenken demnach um sich selbst etwas Gutes zu tun. Allerdings gelingt dies ausschließlich dann, wenn uns die beschenkte Person etwas bedeutet. Ist sie uns hingegen gleichgültig, wird ihre Freude uns kaum mit Glücksgefühlen bereichern.

Ein weiteres Motiv ist das Schenken um Anerkennung zu erhalten. Hierbei kommt dem Wert des Geschenks eine besondere Bedeutung zu. Die Anerkennung kann sowohl auf den Status als auch auf positive Attribute wie beispielsweise Warmherzigkeit gerichtet sein. Gelingt die Umsetzung des Motivs, werden positive Emotionen gefördert.

Die Gefühlswelt der Beschenkten stellt sich vielfältig dar. Im besten Fall empfindet das Gegenüber Freude. Ein gleichgültig ausgewähltes Geschenk symbolisiert hingegen eine geringe Bedeutung des/der Beschenkten für den/die Schenkende, was Wut auslösen kann. Immer wieder beabsichtigen Menschen, sich mittels Geschenken gegenseitig zu übertrumpfen. Neben dem empfundenen Druck, kann die Darstellung von Überlegenheit Demütigung im Gegenüber zur Folge haben und von Scham begleitet werden.


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